Grundlegendes über Konstruktionsrohre aus Edelstahl

In der modernen Konstruktion sind Rohre in den unterschiedlichsten Außendurchmessern, Wandstärken und Materialien nicht mehr wegzudenken. Abhängig von dem jeweiligen Einsatzgebiet, werden meist höhere Anforderungen an die Konstruktionsrohre aus Edelstahl in den unterschiedlichsten Ausführungen gestellt. Auch die Herstellung ist an enge Toleranzen hinsichtlich der Außendurchmessern und Wandstärken sowie des verwendeten Materialien gebunden.
Ansonsten sind sie denselben Belastungen und Funktionen ausgesetzt, die üblicherweise Rohre zu bestehen haben. Konstruktionsrohre aus Edelstahl werden z. B. als Führungen, als Leitungen von Flüssigkeiten und Gasen, als tragende Elemente bei Gestellen und Rahmen eingesetzt.
In den DIN EN ISO 1127 sind die wichtigsten Parameter für die Profilhersteller geregelt.

Informatives über den Werkstoff Edelstahl

konstruktionsrohre-aus-edelstahlEdelstahl kommt heute aufgrund seiner hohen Beständigkeit gegen Umwelteinflüsse und seinen hohen Festigkeitswerten und nicht zuletzt aus optischen Gründen, nahezu ausschließlich im medizinischen Bereich und im Lebensmittelmaschinenbau zum Einsatz. Aber auch im allgemeinen Maschinenbau sowie im Sondermaschinenbau findet Edelstahl immer öfter Verwendung. Der am häufigsten eingesetzte Stahl ist 1.4301 auch als V2A bekannt. Er ist sehr gut geeignet zum Elektropolieren, wodurch gleichzeitig die Korrosionsbeständigkeit erhöht wird.
V4A (AISI 316) mit der Werkstoffnummer 1.4401 wird vorrangig, wegen der hohen Widerstandsbeständigkeit gegen Korrosion, im Rohrleitungsbau für Wasserleitungen eingesetzt. Hier wird neben der üblichen Chrom-Nickel-Legierung noch ein Molybdänzusatz eingebracht.
1.4404 (AISI 316L) hat ebenfalls eine erhöhte Korrosionsbeständigkeit, besonders gegenüber chloridhaltigen Medien, dieses rechtfertigt dann auch den Einsatz in der pharmazeutischen Industrie und dem Schwimmbadbau. Bei diesem V4A-Stahl ist jedoch zu beachten, dass er wegen seinem Hang zur interkristallinen Korrosion, nach dem Schweißen weichgeglüht und dann abgeschreckt werden muss.

Nahtlose Duplex Rohre aus 1.4462 haben austenitische und ferritische Kristallkörner und zeichnen sich vor allem durch seine hohe Widerstandfähigkeit, insbesondere gegen Lochfraß aus. Die Streckgrenze ist deutlich höher als bei den oben genannten Cr-Ni-Stählen. Durch die ferritischen Teilchen ist dieser Stahl magnetisierbar, obwohl die allgemein gängige Meinung, Edelstahl sei unmagnetisch, immer noch vorherrschend ist. Wichtigstes Kriterium sind jedoch die hohen Festigkeitswerte, durch die eine vielfache Kosteneinsparung möglich ist.
Rohre aus 1.4541 hingegen weisen gegenüber einer Vielzahl von aggressiven Medien, eine sehr gute Beständigkeit auf. Diese Eigenschaft rechtfertigt auch den Einsatz im Reaktorbau, Apparatebau und Anlagenbau für die chemische Industrie.
Sicher stellt dieses nur einen kleinen Abriss der Konstruktionsrohre aus Edelstahl dar. Häufig ist die Anschaffung teurer, dieses wird aber in der Regel durch die vielen Vorteile, die wir gerade kenngelernt haben, schon in wenigen Monaten bzw. Jahren, je nach Belastung, wieder kompensiert. Häufig gibt es auch kaum echte Alternativen zu anderen Werkstoffen.

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